Ein entscheidendes Element für das Wohlbefinden in der Schwangerschaft ist eine ausgewogene Ernährung, ohne Zuviel und ohne Diäten. Viel Bewegung und dem Zustand entsprechender Sport tragen viel zur Gesundheit der werdenden Mutter und des Kindes bei und beeinflusst eine regelmässige, gut regulierte Gewichtszunahme.
Ernährung
Es besteht Einigkeit, dass für einen ungestörten Schwangerschaftsverlauf und die Geburt eines gesunden Kindes eine ausgewogene Ernährung eine wesentliche Voraussetzung ist. Viel frisches Obst und Gemüse, reichlich Milch, viel Ballaststoffe (gegen träge Darmtätigkeit) und eine ausgeglichene Verteilung der Mahlzeiten über den Tag werden empfohlen. In solchen Fällen ist eine routinemässige Ergänzung von Vitaminen- und Spurenelementen eher nicht erforderlich und wird auch von ärztlicher Seite entsprechend unterschiedlich verordnet. Fett-, zucker- und salzreiche Nahrungsmittel sind zu meiden.
Vitamine & Co.
In der Schwangerschaft – vor allem am Anfang – ist Folsäure von grosser Bedeutung. Andere Vitamine oder Eisenpräparate können nötig sein, vor allem bei einseitiger Ernährung (z.B. Vegetarier oder Veganer), mütterlichem Untergewicht, zu geringer Gewichtszunahme, Magen-Darm-Störungen, aber auch bei Rauchen in der Schwangerschaft, schnell aufeinanderfolgenden Schwangerschaften usw. In diesen Fällen, oder bei Unsicherheiten, ist es sinnvoll, den Arzt oder die Ernährungsberaterin zu konsultieren.
Sport
Gemässigt ausgeübter Sport in der Schwangerschaft hat erwiesene Vorteile (vgl. Kasten). Als geeignete Sportarten haben sich Schwimmen, Wandern, Radfahren, Laufen, Joggen, gemässigter Langlauf, Bergtouren unter 2500 m, Gymnastik, Saunen und Freizeittennis herauskristallisiert.
Ideal unter diesen Sportarten ist das Schwimmen, weil das zunehmende Körpergewicht kaum Probleme bringt. Beim normalen Schwimmen kommt nie Wasser in die Scheide, so dass Ängste unberechtigt sind, dass auf diese Weise eine aufsteigende Infektion der Gebärmutter entstehen könne. Die Praxis einiger Schwangerer, sich vor dem Wasserkontakt der Scheide mit einem Tampon zu schützen, ist unnötig, sogar kontraproduktiv, weil es den Wassereintritt fördert.
Abzuraten ist in der Schwangerschaft von sehr intensivem Sport, anaeroben Sprints, Sportarten (z. B. Marathon), die zu einer Erhöhung der Körpertemperatur führen können und vor Sportarten mit hohem Sturzrisiko. Bei letzterem sind die direkten und indirekten Auswirkungen (z. B. notwendige Röntgenaufnahmen) mütterlicher Unfälle zu fürchten. Bei intensivem Leistungs- und Ausdauersport besteht die Gefahr, dass die sportspezifische Zunahme der Haut- und Muskeldurchblutung zu Lasten der Gebärmutterdurchblutung geht. Folge davon sind Sauerstoff- und Nährstoffmangel beim ungeborenen Kind.
Eine hohe Körperkerntemperatur (über 40° Celsius) wird verdächtigt, Fehlbildungen in der Frühschwangerschaft zu bewirken. Sport unter Wettkampf- und Höchstleistungs-Bedingungen, Marathon, Mannschafts- und Kontaktsportarten, Alpinski und Langlauf in einer Höhe von über 2500 m sind daher nicht für die schwangere Frau geeignet.
Bewährt hat sich ein sogenannter Sprechtest: Eine schwangere Frau soll sich beim Sport niemals so verausgaben, dass gleichzeitiges Sprechen unmöglich wird. Eine andere Faustregel empfiehlt, einen Anstieg der Herzfrequenz über 140 Schläge pro Minute zu vermeiden.


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