Alkohol löst beim ungeborenen Kind starkes Unwohlsein aus. Noch weit bevor wir von schweren Konsequenzen sprechen, die bis zu einer Behinderung gehen können, geht es darum, zu verstehen, dass Alkohol einen enormen Stress für das Kind bedeutet, das sich nicht gegen diese Aggression wehren kann. Schon ganz kleine Mengen durchqueren die Plazentaschranke und sind für die unangenehmen und für das Kind beängstigenden Symptome verantwortlich.
«Kann ich während der Schwangerschaft Alkohol trinken? Welches sind die Risiken für mein Kind? Wie soll ich mich während der Stillzeit verhalten? Welche Rolle spielt das Umfeld?» Viele Frauen und Ihre Partner stellen sich diese Fragen. Alkohol kann bereits beim ungeborenen Kind ernsthafte Konsequenzen für die Gesundheit haben.
Vom Alkoholkonsum während der Schwangerschaft wird deshalb dringend abgeraten.
Alkoholische Getränke gehören auch nicht in Kinderhände. Eltern übernehmen die Verantwortung, ihre Kinder vor den Risiken des Alkoholkonsums zu schützen.
Was können der Partner und das weitere soziale Umfeld tun? Die Frau trägt die Verantwortung nicht alleine. Auch der Partner und das soziale Umfeld sind gefordert und können Unterstützung bieten:
Bieten Sie einer schwangeren oder stillenden Frau keinen Alkohol an.
Verzichten Sie in ihrer Anwesenheit auf Alkohol.
Schränken Sie den eigenen Konsum ein.
Motivieren Sie sie, die Unterstützung einer Fachperson anzunehmen, wenn es ihr schwer fällt, auf Alkohol zu verzichten. Vermeiden Sie Vorwürfe.
Während der Schwangerschaft
Alkohol hat je nach Zeitpunkt der Schwangerschaft, Dauer des Konsums und der konsumierten Menge unterschiedlich starke, schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes. Er kann nicht nur körperliche Schädigungen hervorrufen, sondern auch die Entwicklung des Gehirns stören und sogar zum Tod führen.
Bereits ein einziges «Glas zu viel» kann Konsequenzen für die Gesundheit des Kindes haben.
Grenzwerte für einen risikolosen Alkoholkonsum sind nicht bekannt, deshalb empfehlen wir während der gesamten Schwangerschaft auf den Konsum von Alkohol zu verzichten. Ein Konsumstopp lohnt sich zu jeder Zeit der Schwangerschaft.
Mit jedem Glas, auf das Sie verzichten, tun Sie sich und Ihrem Kind etwas Gutes:
- Zögern Sie nicht, eine Einladung oder Aufforderung zum Alkoholkonsum abzulehnen. Es muss sich niemand verpflichtet fühlen, Alkohol zu trinken – bei einer Schwangerschaft schon gar nicht!
- Entdecken Sie attraktive nichtalkoholische Getränke, zum Beispiel Fruchtsäfte oder Apérogetränke ohne Alkohol.
- Wenn Sie Alkohol gewohnheitsmässig in bestimmten Situationen trinken (zum Beispiel bei Stress und Anspannung oder zum Essen), versuchen Sie, neue Wege zu finden, mit denen Sie sich entspannen, etwas geniessen oder sich etwas Gutes tun können.
Wenn Sie sich dennoch entscheiden, Alkohol zu trinken:
- Konsumieren Sie höchstens ein Standardglas pro Tag, und dies nicht jeden Tag.
- Vermeiden Sie es auf jeden Fall, übermässig Alkohol zu trinken (auch nur gelegentlich).
Während der Stillzeit
Wenn Sie Alkohol während der Stillzeit trinken, gelangt dieser auch in die Muttermilch. Die Menge Alkohol, die so vom Kind aufgenommmen wird, ist sehr gering. Es ist jedoch unklar, ob der Alkoholkonsum der Mutter ohne Risiko für das Kind ist.
Seien Sie deshalb sehr zurückhaltend im Umgang mit Alkohol. Trinken Sie keinen Alkohol vor dem Stillen.
An wen können sich schwangere Frauen wenden?
Wenn es Ihnen schwer fällt Ihren Alkoholkonsum zu stoppen, zögern Sie nicht, sich an Ihren Arzt /Ihre Ärztin, eine Familienberatungsstelle oder eine Alkoholfachstelle zu wenden (www.infoset.ch). Die Fachpersonen sind da, um Sie zu beraten, unterstützen und begleiten.


© bebe-bebe.com, Chemin de la Fauvette 98, 1012 Lausanne | Conception: