Ja, Grenzen setzen ist ein ein neuer Trend!
Die Resultate der "Erziehung ohne Grenzen", die Ära des "Kindes als König" sind bekannt. Fast alle Erziehungsexperten haben ihre Meinung geändert und sind nun für die Rückkehr zum festen Rahmen. Wobei dieser Rahmen Hilfsmittel und soziale Zusammenhänge beinhaltet, die unsere Grosseltern nicht kannten. Grenzen in einem Umfeld wo die Kommunikation und die Gefühlswelt zwischen Eltern und Kind aufgewertet und gefördert werden.
Wir gehören zur "Super Nanny"-Generation…das beste Beispiel dafür, dass sogar in den Medien für ein Comeback der Grenzen im familiären Rahmen plädiert wird. Die Sendungen von "Die Super Nanny" wurde von Tausenden von Zuschauern gesehen. Ein weiterer Beweis dafür, dass wir Limiten brauchen, und vor allem lernen müssen, diese zu festzusetzen.
Weshalb wir sie brauchen:
Unsere Gesellschaft.
Da weder Nachbarn noch Grosseltern da sind, um diese Rolle zu spielen, bleiben nur noch wir übrig. Niemand anderes kann diese Rolle vertreten, wenn wir es nicht tun. Früher war die Gesellschaft für die Eltern ein Partner, heute ist sie deren Feind.
Medien
Das Kind wird mit verschiedensten für sein Alter ungeeigneten Dingen in Verbindung stehen und wir müssen deswegen ein Filter sein, der all diese Informationen verwaltet. Nein, unser Kind ist noch nicht reif genug um es selber zu machen – und ja, es ist unsere Verantwortung!! Unsere Eltern waren nicht einmal einem Zehntel dieser Informationen ausgesetzt! Selbstverständlich ist ein Kind vor dem Fernseher viel ruhiger, so kann man viel schneller mit den eigenen Aufgaben fortfahren… aber weiss man, was es denn gerade im TV schaut, welche Videospiele es spielt oder sogar auf welchen Websites es surft?
Um ihm "Ich liebe dich" zu sagen
Grenzen setzen heisst, dass ich möchte, dass du etwas aus deinem Leben anstellst weil ich dich liebe und an dir hänge. Der Rahmen wird nicht lange halten, wenn dessen Basis nicht bedingungslose Liebe ist. Wir müssen lernen umzudenken: Rahmen bedeutet nicht Gefängnis!
Um es zu befreien
Limiten setzen befreit ein Kind und einen Jugendlichen von seinen Ängsten. Es weiss, was man von ihm erwartet, die Dinge sind klar, also gibt es auch keinen Stress gegenüber der Leere, dem Nichts. Der Säugling wird auch besser schlafen, denn ja: Grenzen setzen beginnt schon von klein auf..
Für die Zeit danach
Grenzen setzen bedeutet, dem Kind mehr Chancen mitzugeben, denn sobald es in der Schule oder in einer Lehre sein wird, wird es auch mit einem festen Rahmen leben müssen.
Weshalb wir keine Grenzen mögen…
Sie sind zwingend
Grenzen bedeuten Verantwortung, ich muss mich erkunden und die Konsequenzen meiner Wahlen auf mich nehmen, mit meinem Partner kommunizieren, mich einsetzen…Kurz: Es ist Arbeit!
Sie sind manchmal schmerzhaft
Ein fester Rahmen kann uns an unsere Vergangenheit erinnern und an jedesmal, wo wir Grenzen ungerechterweise erleiden mussten.
Sie können Schuldgefühle erwecken
Wenn beide Eltern arbeiten, kann man sich schuldig fühlen; man möchte, dass die Zeit, die man mit dem Kind verbringt, qualitätsvoll ist; ohne Streitereien und ohne immer den Rahmen wieder zurechtrücken zu müssen. Und vor allem: Wenn man müde von der Arbeit zurückkommt ist es mühsam den Rahmen setzen zu müssen…Unglaublich wie schuldig man sich fühlen kann, wobei man doch nur die Rolle eines Elternteils spielt..
Sie sind abwertend
Man kriegt die schlechte Rolle und hat dementsprechend schnell genug davon, den grossen bösen Wolf zu spielen. Es ist so viel aufwertender der beste Kumpel des Kindes zu sein. Leider ist das nicht unsere Rolle.
Die Grenzen der Grenzen
Die Latte nicht zu hoch legen
Eine Grenze nach der anderen, man dosiert massvoll und wird nicht zur Witzfigur. Ich sage immer: Lieber eine ganz kleine Limite setzen und sich an ihr halten als eine ganz grosse und es nicht zu schaffen.
Zielsicher und überzeugt sein
Sobald der Rahmen gesetzt ist, bleibt man dabei und kommt nicht mehr zurück, man sollte im Klaren sein, was vom Kind verlangt wird und es sollte auch einverstanden sein. Es bringt nichts, dasselbe machen zu wollen wie die Nachbarin, wenn man selbst davon nicht überzeugt ist. Ihr Kind wird es sofort bemerken.
Autorität wird geteilt
Spielen Sie nicht den Superhelden und haben Sie auch keine Bedenken, eine Aufgabe dem Vater, der Mutter oder einer dritten Person wenn Sie alleine sind, weiterzureichen. Es ist wichtig, damit das Kind auch merkt, dass Ihr Standpunkt Sinn macht, dass es gegenüber sich nicht nur eine Einzelperson sondern eine Gruppe von Personen hat, die dasselbe denken. Es verhindert, dass man alles auf sich nimmt während das Kind beginnt emotionalen Druck zu setzen. Es ist besser fürs Selbstwertgefühl. Es ist auch wichtig Qualitätszeit mit dem Kind verbringen zu können - und das nicht nur in einem Zustand der Unterdrückung.
Das Kind lieben und es ihm zeigen
Wie? Indem man sich für das Kind interessiert, sich Zeit nimmt Dinge mit ihm zu tun, dass es gerne macht. Grenzen setzen ohne zu lieben bringt nämlich nichts ausser die Selbstachtung des Kindes zu zerstören.
Handeln
Man sollte nicht warten, bis der andere da ist, um den Rahmen zu setzen, mit dem Risiko sich in Verruf zu bringen, sondern man sollte die Verantwortung selbst in die Hand nehmen und den Rahmen festsetzen, wie ein/e Grosse/r.
Sagen Sie sich, dass wenn Sie es nicht schaffen, Ihrem zweijährigen Kind Grenzen zu setzen, Sie es auch nicht schaffen werden sobald Ihr Kind als Jugendlicher, einen Kopf grösser als Sie, vor Ihnen steht.
Grenzen setzen beginnt mit der Geburt!!
Schulanfang ist auch die Zeit der guten Vorsätze, also sprechen Sie sich Mut zu und wenn Sie es nicht schaffen, gibt es immer noch die Möglichkeit sich von einem Profi coachen zu lassen ;-)


© bebe-bebe.com, Chemin de la Fauvette 98, 1012 Lausanne | Conception: